Auskunftscomptoire im Wien der 1840er Jahre
Der Kommentar in der Grillparzer-Werkausgabe (Grillparzer, Sämtliche Werke, I. Abt., 13.Bd., 311) weist darauf hin, dass es in den 1840er Jahren eine Menge solcher Einrichtungen gegeben hat: So existierten nach dem Neuesten Wien-Wegweiser für Fremde und Einheimische der Publikation Austria oder Österreichischer Universal-Kalender 1843 zwei allgemeine Auskunfts- und Anfrage-Comptoire (Hof Nr. 322, Freyung Nr.137) sowie zwei Copier- und Übersetzungs-Anstalten (Graben Nr. 620, untere Breunerstraße Nr. 1131). 1844 werden weiters ein Allgemeines technisches- und Industrie-Auskunfts-Bureau (Josephstädter Glacis Nr.210) sowie zwei Copieranstalten (Kohlmarkt Nr. 1149, 1150) verzeichnet, sowie 1845 ein Allgemeines Handels- und Industrie-Auskunfts-Comptoir (Kärntnerstraße 1005) und drei neue allgemeine Auskunfts- und Anfrage-Comptoire (Tiefer Graben Nr. 160, Kohlmessergasse Nr.475, Rauhensteingasse Nr.927) verzeichnet; die Anstalt am Hof Nr.322 taucht nicht mehr auf. Außerdem gibt es ein Auskunfts-Bureau für musikalische Angelegenheiten (Strauchgasse Nr.242) sowie eine Copier-Anstalt des n.ö. Gewerbs-Vereines (Neubau, Hauptstraße Nr. 228). Gemäß F.B.Frays Allg. Handels- Gewerbs- & Fabriks-Almanach gab es das Auskunfts-Bureau für musikalische Angelegenheiten bereits 1840 (Kohlmarkt Nr. 260, Inhaber Franz Glöggl, 1844 dann Tuchlauben Nr.558); in der Ausgabe von 1844 wird erwähnt, dass das allgemeine Übersetz-, Copir- und Schreib-Comptoir von Leonhard Salm in der unteren Breunerstr Nr.1131 schon seit über 13 Jahren, das heißt seit 1831 besteht.

